Die Nordküste
Unter der Nordküste versteht man die Region westlich der Anden von Manta bis nach Esmeralda. Im Gegensatz zu den meist trockenen, südlicheren Küstenstreifen, die vom kalten Humboldt-Meeresstrom beeinflusst sind, ist diese nordwestliche Ecke Ecuadors in erster Linie von feucht-heissem Klima und einem wärmeren Ozean geprägt. Die ganzjährigen Niederschlagsmengen fallen um ein Vielfaches höher aus als auf der Halbinsel Santa Elena (Hauptregenzeit Januar bis Juni).
Die Hauptsehenswürdigkeiten dieser Region sind der Strand und der Dschungel der Küstenregion. In dieser Gegend sind viele Afro-EcuatorianerInnen und indigene Menschen der Bevölkerungsgruppe Chachi und Tsachila heimisch.
Die zwei Hauptanfahrtsrouten sind entweder von Quito über Mindo oder über Santo Domingo de los Colorados.
Von Ibarra kann man nach San Lorenzo reisen. Die zwei Naturreservate dieser Gegend sind: La Reserva Ecológica Mache-Chindul und la Reserva Ecológica Manglares Cayapas- Mataje, das über 532 km Mangrovenreservat fasziniert durch seine Mangorvenlabyrinthe, seine kleinen Inselchen und die vielfältige Vegetation.
In Esmeralda, dem hässlichen Entlein von Ecuador, verliert der Hafen nicht an Bedeutung, er ist einer der Wichtigsten von ganz Ecuador. Von hier werden Bananen, Kokosnüsse, Kaffee, Früchte etc. exportiert.
Atacames mit dem fast badewasserwarmen Ozean und dem feinkörnigen Sand ist einer der populärsten Badeorte für die ecuadorianische Bevölkerung. Zu den Höhepunkten von Atacama zählen die vielen, über dem Landesdurchschnitt liegenden, sonnigen Nachmittage mit anschliessendem Abendrot. Im Juni bis September ist es möglich Buckelwale (ballenas jorobadas) zu erspähen.
Die lang gestreckte Insel Muisne verfügt über einen weitläufigen, palmenbestandenen Sandstrand. Auf dem gleichnamigen Festland verkehren motorisierte Langboote zu der nur wenige Meter entfernten, meist von Mangrovenwäldchen und Shrimp-Aufzuchtfarmen durchzogenen flachen Insel.
Bahía de Caráquez, eine Halbinsel, ist ein angenehmer Ort, um auszuspannen, die Sonne und das Meer zu geniessen.
Guayaquil und die Südküste
Die beste Reisezeit für dieses Gebiet ist Dezember bis April, dann zeigt sich öfters ein wolkenloser Himmel und die Temperaturen sind sehr angenehm. Südküste wird die Gegend von der Punta de Cayo bis Manabí benannt.
Strände, soweit die Beine tragen, türkisfarbenes Meer, weisser Sand, Häfen und Buchten, Pelikane, Albatrosse, Wildesel, Brüllaffen, Buckelwale, Kapokbäume, Feigenkakteen, Panamahüte und Spondylusmuscheln sind Begleiter dieser Region.
Guayaquil, die Hauptstadt der Provinz von Guayas, ist die grösste und handelsmächtigste Stadt Ecuadors. Sie besitzt den umschlagsstärksten Handels- und Ausfuhrhafen der südamerikanischen Pazifikküste.
Der Malecón 2000, eine 2,5 km lange Uferpromenade mit tropischer Flora, Aussichtstürmen, Speiselokalen, Einkaufszentren, einem Museum, dem exklusiven Yacht Club und manchmal auch einem ankernden Segelschulschiff zieht die TouristInnen sowie die EcuadorianerInnen an.
Südlich von Guayaquil lässt sich innerhalb von zwei Stunden Machala erreichen, ein aufgeräumtes und sympathisches Küstenstädtchen. Weiter bietet sich ein Ausflug in den versteinerten Wald von Puyango an. Das Goldgräberstädtchen Zaruma auf 1200m ist noch vom internationalen Tourismus verschont geblieben, ein Besuch lohnt sich gerade auch deshalb. Fast alle Küstendörfchen besitzen den Charakter von Fischerdörfchen und sind überhaupt noch nicht auf den Tourismus eingestellt, was eine Ursprünglichkeit repräsentiert. Eine Ausnahme bilden die Städtchen Salinas, Montañita, Alandaluz und Puerto López.
Montañita, die ehemalige ecuadorianische Hippie-Hochburg, ist sehr beliebt bei Surfern und jungen Leuten.
Von Puerto López aus lässt sich die Isla de la Plata - Galapagos der Armen - besuchen. Dieser zweite Name erhielt die Insel, weil die Vegetation und einige Arten von Tieren vergleichbar mit den Galapagos sind. Mit viel Glück kann man in den Monaten Juni bis September Buckelwale beobachten. Seelöwen, Blaufusstölpel, Maskentölpel und Albatrosse sind eher an der Tagesordnung. Im Weitern lässt sich von Puerto López aus die Gemeinde Agua Blanca besuchen, wo einem die Kultur der Manteñas näher gebracht wird - anhand von einem Museum und einem Rundgang durch die schöne Gegend. Die schönen Sandstrände von los Frailes sind eine andere lohnende Tagesexkursion. Beim Tourismusbüro kann eine Eintrittskarte gekauft werden, die für alle oben genannten Attraktivitäten gilt.



