Hochland

Das nördliche Hochland

Charakteristisch für das nördliche Hochland sind Kraterlagunen, Schwefelquellen, Almweiden, Kaktushänge, Nebelwälder und Gletscherspalten. Dazu ein ethnisch-kulturelles Spektrum, das von den zopftragenden Männern des grössten südamerikanischen Indiomarktes bis hin zu den schwarzen Balancekünstlerinnen des Chota-Tales reicht. Die Städte dieser Gegend sind Cayambre, Otavalo, Ibarra, Tulcán.

Die Ruinen von Cochasqui auf einer Höhe von 3200m befinden sich in der Nähe der Stadt. Die 15 abgeflachten, pyramidenförmigen Erdhügel mit den hinaufführenden Erdrampen waren zu Cara-Zeiten (ca. 900 v. Chr.) ein astronomisches Zeremonienzentrum. Der Besuch wird von einer sehr informativen Führung begleitet.

Das auf vier Provinzen verteilte, 400 000 ha grosse ökologische Reservat Cayambe-Coca umfasst sowohl entlegene kalte Hochlandregionen wie auch subtropische Bergurwälder. Die Höhenlagen reichen von schwülen 750 m bis hin zu den haarsträubenden Gletscherspalten des 5790 m hohen Cayambe. Die Schutzhütte des Cayambes befindet sich auf einer Höhe von 4600 m.

Die heilbringenden von heissen Schwefel-, Eisen- und Magnesiumquellen gespeisten vulkanischen Thermalbäder von Chachimbiro liegen twei Stunden von Ibarra entfernt. Der Weg dorthin lohnt sich auch wegen der schönen, vegetationsarmen Wildwest-Landschaft.

Das ökologische Reservat el Ángel liegt nördlich von Ibarra auf einer Höhe von 3700 m bis 4768 m (Gipfel des erkalteten Vulkans Chiles an der kolumbianischen Grenze). Die Hauptattraktion der grossartigen Hochgebirgslandschaft sind die endemischen Pflanzen Frailejones Gigantes. Die Heerscharen von „Meditierenden Mönchen“ (frail = Mönch) nehmen an manchen Orten die gesamte Páramo-Fläche ein.

Das zentrale Hochland

Das zentrale Hochland wird von zwei ausgeprägten, parallel verlaufenden Kordillerensträngen (Occidental und Oriental) zwischen Quito und Riobamba gebildet. Alexander von Humboldt nannte diesen Abschnitt Strasse der Vulkane, kann man doch bei klarem Wetter ein halbes Dutzend Schneeriesen unter dem azurblauen Äquatorhimmel entdecken. Südlich von Quito ziehen sich linker Hand die Fünftausender-Gipfel Antisana, Sincholagua, Cotopaxi, Tungurahua und Altar hin, rechter Hand der Guagua Pichincha, die beiden Illinizas, der Carihuairazo, und der mit 6310 m höchste Berg Ecuadors, der Chimborazo.
Zum zentralen Hochland gehören folgende Städte: Machachi, Latacunga, Ambato, Baños, Guaranda, Salinas, Riobamba und Alausi.

Das seit 1975 geschützte Cotopaxi Hochlandgebiet um den gleichnamigen 5897 m hohen Vulkankegel liegt etwa 60 km von Quito entfernt und gehört zum best erschlossenen und attraktivsten Naturschutzgebiet von Ecuador. Der Cotopaxi zählt zu den einfacher zu besteigenden Vulkanen.

Die grün schimmernde Kraterlagune von Quilotoa, östlich von Latacunga gelegen, zählt zu einem der schönsten vulkanischen Kaltwasserseen der ecuadorianischen Anden.

Baños bedeutet für viele Touristen den Eintritt in den Urwald. Die berühmten Thermalbäder können an diesem Ort genossen, die diversen Wasserfälle bestaunt und der aktive Vulkan Tungurahua erklommen werden.

Der höchste Vulkan Ecuadors, der Chimborazo (6310 m), ist wenige Kilometer von Riobamba entfernt. Die auf 5000 m hohe gelegene Schutzhütte kann, wenn man gut aklimatisiert ist, in einem Tag vom untenliegenden Parkplatz aus besucht werden.

Von Riobamba aus kann man auf den einzigen Zug Ecuadors steigen und eine dreistündige Fahrt nach Alausi auf dem Dach geniessen. Die Touristenattraktion ist die steile und atemberaubende Fahrt von Alausi über die Teufelsnase (Nariz del Diablo) hinunter ins Tal und anschliessend wieder hinauf.

Die wichtigsten Städte des südlichen Hochlands sind Cuenca, Saraguro und Loja. Cuenca zählt zur architektonisch schönsten Kolonialstadt Ecuadors. Die Inka-Ruinen von Ingapirca, die einzigen Ruinen in Ecuador, sind ganz in der Nähe zu besichtigen.
Das Naturschutzgebiet el Cajas und die Wasserfälle von Giron sind einzigartig in ihrer Naturschönheit.
Etwa 60 km östlich von Loja liegt in knapp 1000 m Höhe Zamora, ein aufgeräumtes Goldgräbernest. Zamora ist ein idealer Zugang zum unteren, interessanteren Teil des Podocarpus-Nationalpark.
Vilcabamba, das Tal der Langlebigkeit, liegt in einem weit verzweigten Talkessel auf 1700 m Höhe. In der Umgebung gedeiht vielerorts der San-Pedro-Kaktus. Der abgekochte Sud dieser Pflanze hat eine halluzinogene Wirkung.